Garmin 276Cx


Im Bild drei unserer derzeitigen Redaktionsmitarbeiter/innen im Größenvergleich.
276Cx, Zumo 590 und Montana 600;

Quo vadis?
Lange haben wir nach einem Navigationsgerät auf Basis des legendären 276c gewartet. Nun endlich liegt er hier in der Redaktion und wartet auf seine erste Tour.
Davor jedoch etwas Theorie:
Er ist riesig, einfach gigantisch. Doch trotzdem fühlt er sich handlich an und scheint kaum schwerer, denn unser aktueller Montana 600. Das enorme Display ist genial, und für mich, den immer nur visuell fahrenden Motorradler, ist es eine reine Freude, ein solche klares und helles Display vor sich zu haben.
Danach fällt auf, dass keine routingfähige Karte vorinstalliert ist. Diese muss man sich dazu kaufen, so fern man diese eben benötigt und das Gerät nicht nur, z.B. auf dem Wasser verwenden will. Für uns bedeutet das jedoch, noch einmal Euros zu investieren und die aktuelle Straßenkarte zu erwerben.
Weiter geht es aber mit dem schlechthin größten Bonus für das 276Cx: Wie schon beim Vorgänger gibt es kein Touch-Screen. Also alles über Tasten und keinerlei verschmierter Bildschirm mehr. Auch die Anordnung der Tasten ist dem Vorbild entnommen. Ja, auch die rechts auf dem Gerät platzierte Anbringung der Tasten ist geblieben und man darf wieder über den Bildschirm hinüber greifen, wenn man eine Taste bedienen will. Ja, schon gut, das Gerät stammt aus der Seefahrt und es interessiert auf dem Wasser sicher kaum, ob die Tastatur nun links oder rechts angeordnet ist, dennoch, man hätte hier mal einen Stein ins Brett der Motorradfahrer werfen können und an darüber nachdenken können, dass der Gasgriff rechts sitzt und immer festgehalten werden muss.

Batterie/Akku: Toll einerseits, es ist auch, ähnlich der Montana-Familie, mit herkömmlichen AA-Batterien seinen 276Cx zu betreiben. Weniger toll, der beigefügte Akku hat wieder mal ein anderes Maß als der Montana. Somit ist die bisher perfekte Ladelösung von Montana und der Kamera von Garmin, der Virb Elite, nicht mehr gegeben. Wie lange er Akku den 276CX mit Strom versorgen kann, werden wir später in der Praxis feststellen.
Antenne: Diese liegt, wie bei allen modernen Garmin Geräten, im Gehäuse. Aufgefallen ist sofort, wie schnell der276CX auch im Gebäude genügend Satelliten orten kann und uns somit sogar hausintern  auf den richtigen Weg führen kann.
Display: Neben der schon oben genannten Größe des Bildschirms fällt die klare Darstellung auf. Ebenso positiv ist die Beleuchtung, heller geht kaum noch und hier ist klares Lob gesagt...., wenn der Akku eben auch lange genug durchhält. Am Bordnetz jedoch auf jeden Fall perfekt!

Das Gehäuse: Nun ja, es fühlt sich ganz gut an. Kein Vergleich zwar zum robusten Gehäuse des Montana, aber auch nicht so, hmmmm, kuststoffig, wie beim 590. Unsere Montana haben wir bereits zwei Mal vom fahrenden Motorrad geworfen und er tut noch immer bestens seine Arbeit. In wie weit der 276er dies ebenso gut übersteht, wird auch erst die Praxis zeigen können.

Menü: Überraschend einfach und nutzerfreundlich zeigt sich das Menü. Zwar noch immer bedarf es einer umfassenden Einarbeitung, doch ist man ruckzuck mit der Bedienung des Gerätes vertraut.

Halterung: Natürlich fällt sofort auf, dass die Halterung für den 276Cx der Halterung des Montana sehr, sehr ähnlich sieht. Zur Freude sehen sich die Halterungen nicht nur sehr ähnlich, sie passen auch noch. Somit kann man auf seiner vorhandenen Halterung vom Montana auch jederzeit den 276Cx anbauen. Wahrscheinlich nur ein Resultat des amerikanischen Rotstiftes, doch für uns ist es klasse, brauchen wir doch nicht für alle Redaktionsmotorräder neue Halterungen anschaffen.

Bedienung: Lange genug wurden wir auf die Bedienung mit dem Wischfinger getrimmt und nun plötzlich ist wieder alles anders..... Ich find´s einfach gut! Keine Schlieren bei Regen, keine versehentlichen Aktionen, weil man mal wieder nicht genau trifft, was man eigentlich wollte. Ich find´s einfach gut, wieder zurück zum Guten zu können. Für mich ist - wenn ich mich mal an das riesige Format gewöhnt habe - der neue, alte 276Cx auf jeden Fall der richtige Schritt zurück.

Sonstiges: Das Gerät ist ein Outdoorgerät. Entsprechend wird serienmäßik auch keine routingfähige Karte mitgeliefert. Diese sollte man auf jeden Fall noch zum Preis dazu kalkulieren, sofern man nicht nur im Gelände fährt.

Kommunikation: Ja, es handelt sich um ein reines Outdoorgerät und nein, es gibt keinen Anschluß für ein Headset. Über BlueTooth kann man jedoch seine Sprechanlage verbinden. Ansonsten eben ist die grafische Darstellung einfach genial. Ist wirklich fast wie Fernseh´ schauen. Auch ist der 276CX ready for WLan, was uns zwar on Tour nicht viel nützt, doch zum Übertragen von Daten dient es allemal.

Preise:
Basisgerät GPSMAP 276Cx; Art.Nr.: 010-01607-01; Preis: €799,99;
Montana Fahrzeughalterung; Art.Nr.: 
010-11654-00; Preis: € 68,99;
Montana, robuste Halterung; Art.Nr.: 010-11654-01; Preis: € 49,49;
RAM Halterung für Motorrad; Art.Nr.: 010-10962-00; Preis: € 49,99;
CN Europa SD; Art.Nr.: 010-10680-50; Preis: € 89,99;

Es grüßt mit einem Finger auf der Taste,
Euer Ludwig v.B.

Fazit nach den ersten ausgiebigen Testfahrten:
Was uns so! nicht gefällt:
Grundsätzlich macht der 276Cx erst einmal genau das, was leider schon fast usus ist,
nämlich ziemlich viel (unnötigen) Blödsinn.

Zum Testen haben wir einige Routen und Tracks aufs Gerät geladen, die wir bereits auf anderen Garmin Geräten getestet hatten.
Dazu die Originalkarte von Garmin CN Europa 2017 und die MotoRoute OSM-Karte von Kroatien.

Das Positive vorab: Die Darstellung eines Tracks auf diesem Display ist echt einmalig gut. Selbst mit Staub auf dem Visier sollten sich hier keinerlei
visuellen Probleme geben.

Aber dann: Adresssuche: Über den Menüpunkt Adresse geben wir (wir haben das -zigfach versucht) eine beliebige Adresse ein. Schon bei der Auswahl der
Stadt, will er diese so gar nicht finden. Auf Rückfrage bei Garmin konnte uns da nicht weiter geholfen werden. Also "do it yourself" und die Lösung:
Beim Menü Adresse eingeben einmal auf die Taste Menü drücken. Hier öffnet sich ein Fenster, welches anbietet "Löschen oder Karte wählen". Bei Auswahl "Karte wählen" geht es weiter mit
einem weiteren Fenster und der Auswahl Punkte anbietet...: CN Europa 2017, OSM Kroatien und beste Karte wählen. Natürlich steht das Menü auf beste Karte wählen, warum er uns aber bei
Eingabe von "Land" Deutschland die Adresse dennoch nicht findet, also wahrscheinlich die richtige Karte nicht findet, es bleibt rätselhaft.
Problem gelöst, Adresse eingegeben, funktioniert..... ersteinmal.

Wenn man aber den Fehler macht, zum Beispiel eine Ansicht über die Taste "Page" oder "Quit" zu ändern, also ein andere Informationsseite sucht, der sollte maximal zwei Mal diese
Taste betätigen, denn sonst verweigert 276Cx die Arbeit. Er stellt sich ab. Ein Neustart während einer Motorradtour kann dann echt nervig sein, denn die aktive
Route ist weg und muss sowohl neu eingegeben als auch neu berechnet werden.

Generell schaltet sich dieses Gerät gerne einmal aus, wenn man eine Taste drückt, das hinterläst auf dem eigentlich guten und robusten Gerätes einen echten schlechten
Beigeschmack und für nahezu € 800,00 zuzüglich Kartenmaterial und ggf. Autohalterung darf so etwas einfach nicht passieren.

Wir werden somit unseren Montana 600 so lange fahren, bis alle Kinderkrankheiten des neuen 276Cx behoben sind. Aber dann, ja dann, wird er sicherlich zu "Papas Darling".