Liguriens Steilküsten

Gut 4 Jahre ist es her, seit wir das letzte Mal in dem Landstrich östlich von Genua unterwegs waren. Keine Ahnung, warum wir so lange gewartet haben, endlich wieder die einsamen Berge oberhalb der Cinque Terre zu befahren.

Erstmalig wollen wir dieses Jahr jedoch die Blüten und die erwachende Natur dieser Küstenregion erleben und so gibt es nun diese „Frühlingsreise Ligurien“. Die Bilder allerdings stammen aus dem November 2007.

Über 300 Kilometer lange, wunderschöne Küste gliedert sich in zwei Teile: Die „untergehende Sonne ( Riviera di Ponente) im westlichen Teil zwischen Genua und der französischen Grenze - und die „aufgehende Sonne“ (Riviera di Levante) im östlichen Teil ab Genua bis La Spezia.

Die Riviera di Levante, also die aufgehende Sonne, ist unser Ziel für die Frühlingsreise 2012. Bekannt ist dieser Abschnitt vor Allem durch die Cinque Terre, also die „5 Länder“ fünf an die Steilküste „geklebte“ Dörfer, die über lange, lange Zeit nur von Meerseite aus zugänglich waren und keinerlei direkten Zugang von Land aus hatten. Deshalb eben auch der Name „Cinque Terre“. Mindestens eines dieser fünf Länder werden wir besuchen und uns die Zeit nehmen, durch die alten Gassen zu streifen, den Miniaturhafen zu besichtigen und wenn möglich, in dieser mittelalterlichen Stimmung, einen Espresso samt Wellenrauschen zu erleben.

Nicht weit davon, uns jedoch eine extra Tagestour wert, ist die Stadt und der Hafen von La Spezia – zumindest von oben aus, wollen wir uns das anschauen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Region mächtig in Mitleidenschaft gezogen, denn 1943 griffen alliierte Luftwaffenverbände die Stadt an und zerstörten große Teile der zivilen und militärischen Infrastruktur. Wir jedoch kommen in friedlicher Absicht und rollen weiter in die Berge nördlich von La Spezia um uns noch ein paar allerfeinste Kurven ein zu verleiben. Nicht weit von hier ist schon die Regionalgrenze in die Toscana und man erkennt an der Landschaft klare Unterschiede zum wilden, zerfurchten Ligurischen Bergland.

Anders wie in Korsika leben hier nicht so viel Tiere direkt auf der Strasse und in weiten Teilen kann man sein Motorrad deshalb völlig ungezwungen schwingen lassen. Ein Traum, immer wieder durch die Bäume aufs offene Meer zu schauen und sich auf den abendlichen Fisch zu freuen.

Wo so viel Berge sind, wächst meist auch guter Wein. Klar, daß wir uns dabei auch auf die regionalen Köstlichkeiten in Form handwerklich vergorener Trauben konzentrieren. So geniessen wir sicher auch die weiße Rebsorte Bianchetta Genovese. Dieser Tropfen wird in Ligurien kultiviert und wird aber auch lokal als Tafeltraube vermarktet. In fast sortenreiner Form findet sie Eingang in den DOC Wein. Die Küche Liguriens haben wir als sehr abwechslungsreich kennen gelernt. Am Besten gefiel und schmeckte es uns in den typischen Lokalen, wo sich selten Touristen treffen. Hier spricht kein Mensch ein Wort deutsch und durch die Mundart hilft oft auch unser Übersetzungscomputer nicht. So kommt es bei der Bestellung und Lieferung der abendlichen Leckerei oft zu Überraschungen, die jedoch niemals schlecht waren.

Gesättigt und gestärkt werden wir nach dem Essen noch einmal zum Strand marschieren oder einen kulturellen Altstadtrundgang unternehmen. Zu sehen gibt es auch im näheren Umkreis unseres Basishotels auf jeden Fall genug und etwas Bewegung nach dem opulenten Abendmahl kann sicher nicht schaden.

Genua, Hauptstadt Liguriens und sicher einer der bekanntesten Häfen am Mittelmeer – ist eine Tagesreise wert. Nicht um den Hafen zu besichtigen, sondern die Altstadt, die sicher zu einer der Schönsten ganz Europas gehört. Vielleicht nehmen wir die Eisenbahn, die in weiten Teilen direkt entlang der Küste führt um, nach Genua zu kommen. Auf jeden Fall ist an diesem Tag eine gutes Schuhwerk zu empfehlen, denn um sich die schönsten Gesichter Genuas an zu schauen, braucht es etwas Ausdauer.

Es wartet auf Euch eine tolle Reise in die Frühlingswelt mittelitalienischer Berge und wir freuen uns, Euch dabei zu haben.