Reise: Neue Tagestour für Dalmatien-Woche

MotoRoute in Dalmatien
Es ist einfach brütend heiß. Brutal und unbarmherzig schaut sie auf uns herab, als wolle sie Brathühnchen aus uns machen,  die Sommersonne 2015 in Dalmatien, nordöstlich von Split.
Hier wo wir unser Basislager für tolle Touren auf Küstenstraßen und abgelegenen Keinstraßen, mit und ohne Teer, haben, hier sitzen wir auf einer Suzuki DR 350 und einer nagelneuen Beta Alp 4.0 und überlegen zum wiederholten Male, ob wir nicht lieber in T-Shirt und Badehose fahren sollten anstatt ganz brav mit Protektoren an allen wichtigen Gelenken und Körperpartien.

Wasser mit Temperaturen, heiß genug um einen Tee aufzugießen, fließt mir in einem ständigen Rinnsal zwischen Wirbelsäule und Ortema´s Schildkröte hinab bis in die Hose. Egal, wir haben uns vorgenommen, eine weitere tolle Tagestour auszuarbeiten und einzufahren und diese Woche im August 2015 bot sich einfach an. Nun sind wir hier im Nirgendwo eines der bevölkerungsärmsten Länder Europas und schwitzen. Nein, natürlich schwitzen wir nicht nur, in erster Linie freuen wir uns an einer echt wunderbaren Tour.
Schon sehr früh am Morgen starten wir in unserer Pension um etwas Reserve zu haben, falls wir einmal wieder einen Grund finden, doch noch einen Bogen mehr in die Tagesetappe einzubauen. Völlig richtig, aber das merken wir erst später.

Ein paar geschlängelte Küstenkilometer weiter biegen wir ab ins Land der 1001 schwarzgefleckten Vierbeiner und fahren von hier schnurstracks an einem der bekanntesten Nationalparks des Landes vorbei. Ja, wir fahren vorbei, denn zu dessen Besichtigung nehmen wir uns einen extra Tag Zeit.
Also vorbei und dann rechts ab eine kleine, bestens ausgebaute Teerstraße entlang in Richtung Norden. Trotz Ferienzeit und riesigen Herden von Touristen aus aller Herren Länder ist schon hier, nur ein paar wenige Kilometer von den mondänen Küstenorten entfernt, fast gar nichts los auf den Straßen. Uns freut´s und wir nutzen jeden Windhauch einer zügigen Schräglage als persönliche Anerkennung, uns bei einem solchem Götterwetter aufs Motorrad zu schwingen. Schon bald überfahren wir eine dieser enorm schmalen  Brücken über einen Fluß , die uns schier ungläubig staunen lässt, wie denn hier Autos oder gar LKWs darüber passen sollten. Zwei Motorräder im Gegenverkehr würden sicher schon Platzangst bekommen, zumal wenn es sich um solch moderne Schwergewichte aktueller Motorradbaureihen handeln würde.  Wir jedoch erfreuen uns jeder an stämmigen 27 PS bei vollgetankten 145 kg. Wendig wie die Wieselchen spurten die beiden Einzylinder durch die schmalen Gassen der hier ständig bergiger werdenden Region.  Ganz bewusst haben wir zwei arg nah verwandte, jedoch völlig ungleiche Schwestern mit dabei. Eine gut 20 Jahre alte Suzuki DR 350 und eben eine nagelneue Beta Alp 4.0, in welcher noch heute eben jener 350er Motor von Suzuki als Triebwerk arbeitet.

Also genau in diese Gegend passende Motorräder haben wir uns wieder ausgesucht um den nächsten Anstieg zu erklimmen und schon wieder an Winnetou und Old Shatterhand zu denken, die gar nicht so weit weg von hier, in ähnlich romantischer Berg- und Felsregion ihre Abenteuer erlebt haben. Genug geträumt, wir wollen fahren und die Gegend genießen und in eine neue Tagestour zusammenfassen. Nach einem heftigen Linkknick der Strasse kommt das, was wir eigentlich gar nicht vermeiden wollten..... eine bestens ausgebaute Schotterstraße. Breit, glatt und staubig. Praktisch eine Bundesstraße, nur ohne Teer....! Einige genussvolle Kilometer ohne schwarzen Belag weiter erreichen wir ein Denkmal des 2. Weltkrieges und dort, nur ein paar Meter entfernt den Einstieg in einen Pfad zur Ruine eines verlassenen Ortes. Nein, nicht nur irgend ein Ort, hier muss eine imposante Befestigungsanlage gewesen sein, denn auf beiden Seiten eines Tales sind die Reste der Bastion zu sehen. Wir planen für diesen Ort ein Picknick ein, wenn wir mit Euch hierher zurück kommen werden. 

Wiederum nur einen Katzensprung bergan finden wir zwei einsam stehende Torbögen, ebenfalls Überreste einer Befestigungsanlage. Einen Fotostopp sind diese Bögen auf jeden Fall wert, bevor wir dann entscheiden müssen, ob wir nach links abbiegen und die kurze Variante der Tagestour wählen oder aber nach rechts fahren um eine größere Schleife anzuhängen, die aber definitiv noch mehr Kurvenspaß verspricht.  Die ausgiebigere Variante führt und dann in eine mittelgroße Stadt, wo scheinbar noch heute der Kommunismus zu  Hause sein könnte. Plattenbauten, alles grau in grau, viel Verfall und leer stehende Häuser und Geschäfte lassen Teile der Ansiedlung sehr bedrückt wirken. Für eine Besichtigung der gigantischen Burganlage nehmen wir uns jedoch heute keine Zeit, zu viele Sehenswürdigkeiten liegen noch vor uns. In einer malerischen Landschaft durchfahren wir dann jedoch auch eine Fülle von Dörfern und Ansiedlungen, die noch immer die Spuren des jüngsten Krieges tragen. Ausgebrannt, zerschossen, zerbombt oder einfach verlassen liegen unzählige Anwesen links und rechts unserer Tour. Mag dieser kleine Landstrich noch so verwunschen und träumerisch sein, die ständige Erinnerung an das menschliche Leid nimmt der Schönheit der Region viel seiner Kraft. Darum auch schnell weiter und dann hinauf in ein bergiges Areal, wo eine Fülle kleiner Kehren und Kurven auf uns warten. Bei 37° in verlassenem Bergland keimt immer wieder Durst auf und wir nutzen jede Gelegenheit für eine Rast bei Kaffee und Wasser. Da dieser Teil Dalmatiens weitgehend menschenleer ist, gestaltet sich auch die Suche nach gastronomischem Angebot als sehr schwierig.
Eine Entscheidung bleibt uns dennoch zu treffen und eine echte Wahl fällt wirklich schwer: Suzukis betagte DR oder Betas nagelneue Alp? Die Beta, logisch ganz neu, ist spritziger und natürlich in fast allen Belangen auch sportlicher. Dennoch, Suzuki punktet mit Sitzposition, Egonomie und Bequemlichkeit. Unsere DR ist bereits etwas "ausgelutscht" und dennoch eine echt brauchbare Enduro für Straße und leichtes Gelände, für unsere Abstecher auf Schotterwege allemal perfekt.
Betas Alp 4.0 ist hart. Echt hart -  und 250 km auf der Straße lassen erkennen, dass am Hinterteil (noch) keine Hornhaut wächst. Trotz Ortemas Protektorenhose mit Sitzpolster (www.ortema.de) war mir irgendwann das Sitzen nicht mehr möglich und ich musste im Stehen fahren. Entschuldigend sei jedoch erwähnt, dass wir hochsommerliche Temperaturen haben und sicherlich keine Sitzbank absolut bequem ist, wenn überall Wasser steht.
Ganz klar geht jedoch aus diesem Test hervor, die  Beta ist in dieser Gewichts- und Leitungsklasse unser absoluter Liebling. Die Serienbereifung taugt nicht für Straßenetappen, sollte durch entsprechende Gummis zB. von Heidenau mit seinem K60 oder K60 Scout, ersetzt werden. (www.reifenwerk-heidenau.de) Auch ein einstellbares Hebelpaar für Bremse und Kupplung wären gut und ebenso benötigt sie eine Lenkererhöhung von mind. 25 mm. Aber dann, dann bleibt sie hier bei uns. Absolut sicher!
(Lenkererhöhungen und Zubehör für Beta finden wir bei www.fennek-tours.de - dem Ausstatter für alle Beta Motorräder)
Wollt ihr diese und weitere Touren hier bei uns in Zentraldalmatien miterleben? Wollt ihr Motorradgenuß und etwas Kultur in einer der schönsten Küstenregionen überhaupt? Wollt ihr mit netten Menschen unterwegs sein, Land und Leute kennenlernen? Wenn ihr diese Fragen mit "Ja" beantworten könnt, dann seid ihr bei uns genau richtig. Mehr Infos zur Region unter www.motoroute.de/reisen oder auch auf www.in-dalmatien.de; Kontakt: info@motoroute.de;

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