So eine Steinerei!

So eine Steinerei!
Pleiten, Pech und gefallene Mädchen...


Eine gute Wahl für Touren auf hauptsächlch steinigem Untergrund: Heidenau K 69

Unser schönstes Hobby sind gemeinsame Touren in Dalmatien, also immer entlang der Adriaküste zwischen Zadar und Split. Die besten Fahrzeuge dafür sind leichte Wanderenduros, die es mittlerweile von einigen rennomierten Herstellern gibt. (AJP; KTM, Honda, Beta)
Im Frühling des Jahres 2017 war es dann endlich wieder so weit. Aus allen Ecken Deutschlands rollten Transporter und Autos mit Anhänger in südöstlicher Richtung in den Raum Sibenik. Ziel einer 10 tägigen Enduro-Wander-Woche entlang der Andria und vor Allem in Hinterland derselben.
Nachdem alle Mopeds ausgeladen und Gepäck im Zimmer verstaut waren, gab es zur Einführung ein leckeres, landestypisches Abendessen in einem Lokal direkt am Meer. Ein hervorragendes Essen und ein Platz direkt am Hafen und das bei herrlichem Wetter, was will das Herz denn mehr?


Am nächsten Morgen, pünktlich um 09.25 Uhr ertönte dann auch der gewohnte Ruf zum Start der Tour - "Aufsitzen" bevor wir zur ersten Exkursion in die steinigen Wege zwischen Oliven und Wein aufbrachen.
Um zum Titel der Geschichte zu kommen, erntete Tilly bereits am ersten Tag einen dicken, fetten Nagel in ihren Hinterreifen. Logisch, Flickzeug oder notfalls einen neuen Schlauch haben wir dabei und so gibt es schon schmutzige Finger, bevor es überhaupt losgeht. Auf diese Weise bekam auch die Nagelsammlerin und ihr verehrter Gemahl eine praktische Einführung in Ausbau und Reparatur von Rad, Schlauch und Reifen.


Tilly, Georg und Ludwig;

Das nächste Fettnäpfchen suchte sich dann Hans-Peter aus. Kurz vor der Mittagspause schnell noch die Mopeten volltanken und dann gemütlich ein paar original dalmatinische Kalorien in den staubigen Hals zaubern. Dazu eine Limo namens "Pipi" oder einfach ein Mineralwasser. Das Essen war lecker, der Hals wieder ohne Schmirgelpapier und nun sollte die Tour weiter gehen.


Denkste, sagte dazu klar und deutlich Hans-Peters Beta! Nach allerhand Fehlersuche kam der berüchtigte Griff in den Tank und was sich dann so geschmeidig durch Daumen und Zeigefinger zerreiben ließ, war sicherlich kein Superbenzin. Ein Abgleich der Tankrechnung unter kundiger Hilfe kroatisch lesender Mittagsgäste im Restaurant bestätigte dann auch diesen Verdacht. Mist, gerade der Profi in unserer Gruppe, der seit Jahren alle Schotterstraßen Europas unsicher macht, der langt beim Tanken voll in den falschen Eimer...! Die unglaublich hilfsbereiten Gäste und Wirtsleute des Lokals schafften dann diverse Kanister zum Ablassen des Diesels herbei. Ein Gast schwang sich auf einen Roller und holte bei sich Zuhause einen weiteren leeren Kanister samt einem Meter Gartenschlauch. So war der Tank bald leer und Hans-Peter fuhr auf Claudias AJP erneut zu Tanke um frisches Super zu holen. So war nach gut 2,5 Stunden die erlebnisreiche Mittagsrast zu Ende und wir setzten unsere Tour fort.






Adré und die härteste Sozia der Welt auf einer Suzuki DR 350 SE;

Die nächste Einlage, bereits am übernächsten Tag, lieferte Silvia. In einer sandigen Kurve ging ihr der Weg aus und sie sorgte erneut - das schaffte sie auch schon im Vorjahr - für einige heftige blaue Flecke am linken Oberschenkel. Ja, Silvia ist hart im Nehmen und hat auch schon Übung im Hinfallen und Weiterfahren. Auf jeden Fall ging es bereits nach einigen Schreckminuten wieder on Tour.



Am Tag darauf, Ziel der Tour ist ein Berg mit nahezu himmlischer Aussicht. Die Auffahrt bietet alles, was eine Naturstraße bieten muss: eine steile Auffahrt, Schotter, groben Schotter und Sand - das ganze gut 3 Kilometer immer bergauf. Der kleine Gipfel hat  es in sich - viele, viele Kilometer weit reicht der Blick über Adria und Kornaten. Man hat das Gefühl, man könnte über den Horizont hinweg sehen. Eine Nasch- und Trinkpause hier oben ist ein absolutes "Muss"! Der Rückweg ist dann ein klein wenig schwieriger, Geröll, ausgespülte Rinnen und immer wieder große Steine im Weg, machen das für uns Hobbyenduristen zum kleinen Abendteuer. So auch rutscht Elvira übers Vorderrad weg und geht mit Schotter & Co auf innige Tuchfühlung. Bis ich jedoch mit dem Fotoapparat vor Ort war, saß das Mädel schon wieder im Sattel und kam mir entgegen. Hinfallen ohne Foto ist zwar strengstens verboten, doch wollen ich sie dann für ein Foto nicht nochmals in die Natur schicken. Dieser galante Bodenkontakt ist auf Video gebannt und sicher bald auf Youtube zu bestaunen...!



Ich glaube, einen ganzen langen Fahrtag ist dann gar nichts passiert, außer viel Spaß und jede Menge Staub. Erst am Tag darauf, es sollte der 7 Tag des Urlaubes gewesen sein, wir fuhren eine sehr anspruchsvolle Passage auf steinigen Pfaden zwischen steinigen Mauern, als plötzlich Toni und Norbert fortblieben. Eine ganze Zeit haben wir gewartet, ist doch das Zurückfahren mit allerhand Staub und Schweiß verbunden. Irgendwann jedoch konnten wir nicht mehr so tun, als hätte nur einer eine Pinkelpause eingelegt und unser braver Guide mühte sich die Piste wieder zurück. Erst nach geraumer Strecke, Gehoppel und Schafsköttel, fanden sich dann die zwei Entkömmlinge mit langen Gesichtern über Tonis Husquarna gebeugt. "sie tut nicht mehr" war dann auch die Begrüßung. Auf der zurück liegenden, extrem holprigen Rüttelstrecke hatte sich irgendwo ein Kabel durchgescheuert und somit Tonis Gefährt zum Erliegen gebracht. Gut eine Stunde, ich fuhr wieder hinunter um den Rest der Gruppe auf eine Pause unter einem schattigen Baum einzustimmen und fuhr gleich wieder hoch zu Toni um ihm geistigen und körperlichen Beistand zu gewähren. Alle verfügbaren Reservesicherungen waren mittlerweile durch. Nun suchten wir zu Dritt nach etwas Metall, einem Draht oder wenigstens einer aluminiumbeschichteten Verpackung. Irgendwann gaben wir dieses Vorhaben auf und Toni samt Norbert schoben und fuhren noch drei Kilometer zu Fuss zur Straße, während der Rest der Gruppe auf der Straße zurück ins Quartier fuhr um von dort mit Tonis Transporter ihn und dessen Motorrad abzuholen. Dabei sollte nicht vergessen werden, daß dieser Tag sicher zu den wärmsten und damit Schweiß treibenden Tagen unserer Reise gehörte. Nach einer Dusche und genügend Manna aus Kroatien begaben sich Toni und Norbert dann auf Fehlersuche. Kabel für Kabel wurde untersucht und erst am nächsten Tag konnte Toni die Entwarnung geben - Fehler gefunden, Fehler repariert, Moped läuft!
Es lohnt sich kaum noch zu erwähnen, daß Silvia dann noch ein weiteres Mal die Übung "Motorrad heb´auf" praktizierte und auch unser lieber Guide nach gründlichem Blickkontakt mit einem großen Stein dann auch über diesen stolperte und seine Mopete kurzerhand auf die Seite legte. Natürlich ohne horizontalen Bodenkontakt des Fahrers.
Hvala und tausend Dank an die Gruppe und die Wirtsleut´ sagen Claudia und Ludwig.

Natürlich völlig unabhängig von unserer Reise war das zufällige Zusammentreffen mit der Veranstaltung "Krka Enduro Raid". Wir haben es uns nicht nehmen lassen, sowohl einen Start als auch die Sonderprüfung am Strand ausgiebig zu genießen. Irgendwie verfestigte sich dabei jedoch der Eindruck, daß die alle - es waren über 500 Teilnehmer - weitaus besser fahren können als wir.
Deshalb auch ganz klar unser Ding: "Gemütliches Endurowandern für Senioren". Fortsetzung folgt!