Test: Für Einsteiger und Fortgeschrittene

Aktuell bei uns in der Redaktion ist die "Kleine Allrounderin" von Honda. Wir werden ausgiebig testen, ob 250 ccm und 23 PS für Tagestouren und ausgedehnte Ausritte reichen. Im ersten Schritt haben wir der kleinen Dame neue Reifen von Heidenau verpasst, um den K 60 in diesen Dimmensionen aus zu probieren.



Honda CRF 250 L
Wollte ich der Motorradindustrie schaden, würde ich jetzt sagen, "mehr Motorrad braucht kein Mensch". Locker dreht der Motor nach oben. Willig beantworten alle 23 PS die Befehle meiner Gashand. Klar, kein Losblockern wie auf unserer 1200er, dennoch echte Fahrfreude. Ohne Murren erreichen wir die 130 km/h - Marke und in keinem Moment hört sich der Motor überfordert an. Da geht, nach entsprechender Einfahrzeit, sicher noch mehr.
Mein Fazit nach der ersten Tour fällt somit einfach nur positiv aus. Mehr Motorrad bräuchte ich eigentlich wirklich nicht. Es fehlt mir ein Drehzahlmesser, doch dafür gibt es eine Tankuhr. Ab 110 km/h kriechen sanfte Vibrationen in den Unterlaib, Lenker samt Hand und Handgelenk bleiben davon jedoch nahezu unberührt. Die Sitzposition ist Enduro bedingt sehr aufrecht und man hat eine gute Verbindung zum Fahrzeug. Das Fahrwerk ist sowohl in der sehr  gut dimensionierten Gabel als auch im Federbein recht straff. Ja doch, es ist eine tourentaugliche Enduro und sie muss einfach straff sein, um Schlaglöcher, Feldwege und Steine weg zu stecken.

Natürlich habe ich sowohl Teerdecke als auch Feld- und Wiesenwege unter die Heidenau´s *) genommen.  Und noch einmal ist fest zu stellen, dass Honda´s CRF 250 L ein vollwertiges Motorrad ist. Keine Spur von Schwäche. Niemals vermittelt sie das Gefühl, nur auf einer 250er zu sitzen. Ob auf Teer oder auf losem Untergrund - ich bin einfach freudig überrascht, wie gut dieses kleine Motorrad mithalten kann. Spielend.... klar bei unter 150 kg Lebendgewicht  und dank einer hervorragenden Sitzposition (Fahrer 180 cm) ist das Fahrgefühl eher einem Mountainbike zuzurechnen, denn einem echt  ausgewachsenem Tourenschätzchen. 
Sollten die kommenden Touren Schwächen oder Fehler zu Tage fördern, werde ich natürlich umgehend hier berichten. Bis dahin jedoch freue ich mich schon auf meinen nächsten Ausritt!

*) Wir haben die Serienbereifung durch Heidenau K60 ersetzt um einen adäquaten Reifen für Straße und Gelände zu haben.  

Anmerkung am 21. Mai 2014: Gestern haben wir die erste "große Tour" mit der "Kleinen" absolviert. Knapp 300 Kilometer durch die Fränkische Schweiz. Nun ja, es bestätigt sich die obige Einleitung: Das Ding ist klasse. Mit den 7,7 Litern Tankinhalt kommt man, bei normaler, zügiger Fahrweise, bis zu 250 Kilometer weit. Wir haben jedoch sicherheitshalber nach 200 Kilometern getankt. Der Verbrauch lag knapp unter 3 Litern/100 km; Die Sitzbank ist zwar schmal und hart, dennoch kann man einige Stunden darauf verharren. Im Rückspiegel sah ich unseren Testfahrer nur 2 Mal aufstehen und den Po entlasten. 
Leistung: Eigentlich genug. Locker schwingt die CRF 250 L im Tourenrhytmus mit. Lediglich beim Überholen muss man nachdenken, denn die Beschleunigung oberhalb 80 km/h ist dann nicht mehr überragend. Dennoch, es hat alles super geklappt, einen riesigen Spaß gemacht und wenn man nicht weiß, daß das Motorrad "nur" 23 PS hat, man würde ihr locker einige mehr unterstellen.
Preis: 4750,-- Euro und jeden einzelnen Cent wert!



Kleines, gut überschaubares Cockpit. Lediglich ein Drehzahlmesser fehlt. Dafür glänzt die Ausstattung mit einer Tankanzeige.


Bild 14.03.2014: In der Werkstatt, wo Heidenau´s K60 montiert wurden.

Zitat Honda:
Die CRF250L beeindruckt mit pfiffiger Mobilität und leichtem Handling. Die Straßenenduro überzeugt beim Einsatz auf dem Asphalt und sorgt für puren Offroad Spaß bei Ausflügen in leichtes Gelände. Angetrieben wird die CRF250L von einem flüssigkeitsgekühltem 249 ccm Einzylinder-Viertaktmotor. Das Fahrwerk ist mit einem stabilen Stahlrohrrahmen, einer Upside-Down Gabel sowie ProLink Hinterradaufhängung mit Aluminiumschwinge ausgestattet.

Und für Alle, die mehr wissen wollen: