Wie soll man das beschreiben? Zum x-ten Mal sind wir im Hinterland der Dalmatinischen Riviera unterwegs und zum ebenso x-ten Mal sind wir sprachlos vor den Eindrücken der Tour. Es ist der 25. November 2021. Noch immer geistert Corona durch die Welt und wir halten uns, obwohl längst 2-fach geimpft, möglichst fern vor größeren Menschenansammlungen.
Grund genug, das geniale Herbstwetter zu nutzen und uns aufs Moped zu schwingen. Eine Tour an den Perucko Stausee und dann an die Quelle der Cetina sind geplant.

Ausgestattet mit einer Yamaha 900 XSR mit Serienbereifung. Dazu nicht nur optisch perfekt passende Helme von Schubert, sondern auch zusätzlichen Gepäckraum von Hepco & Becker. Lediglich, sicher meinem Alter geschuldet, den Anzug von Rukka haben wir Zuhause in der Garage liegen lassen. Das dies ein echter Fehler war, merkten wir an diesem Tag besonders. Beim Start an der Küste gemütliche 21° im Schatten, waren es nur eine Stunde später – auf über 800 m üM. dann nur noch runde 9°. Das wäre genau der Motorradanzug gewesen, den wir heute dabei gehabt haben sollten. Aufgemerkt, nächstes Mal den Rough Road von Rukka nicht vergessen!

 

Schon gut, genug der Vorworte, wir fahren jetzt mal los. Obwohl, eins sei noch angemerkt…! Der serienmäßig auf der Yamaha XSR 900 ausgelieferte Reifen ist wahrlich nicht nicht ideal für diese Gegend. Auf feuchten und manchmal matschigen Passagen setzt sich das Profil zu schnell zu. Vorsorglich haben wir uns einen Satz „Avon Trail Rider“ gesichert, der nach dieser Tour auf unser Retromoped montiert werden wird.

Wir starten relativ spät, es ist schon fast 10.00 Uhr an diesem Montag, doch auch hier sind die Nachttemperaturen Ende Oktober nichts mehr für alte, knochenlahme Mopedfahrer. Also die wärmenden Sonnenstrahlen genutzt und ab auf die Nebenstraßen in Richtung Nordosten. Schon kurze Zeit später verliert sich die touristische Zivilisation in kleinen und kleinsten Orten mit kleinen und kleinsten Häusern, die in dieser Gegend so typisch sind und ihr diesen magischen Charme verleihen.

Der Herbst zeigt sich in seinen schönsten Farben und das Spiel von Licht und Schatten verzaubert die Landschaft.

Schade, denn kaum noch Jemand will in diesen Steinhäusern wohnen, wo doch der Wind – die Winterbura ist echt kalt – durch die Ritzen der rohen Steinwände pfeift. Also stehen sie leer, die alten Häuser und verfallen zusehends vom Dach her. Durch die Bauweise mit schweren Steinplatten auf dem Dach, biegt sich dieses im Laufe der Jahre und Wasser kann eindringen. Da solcherlei Schäden nicht mehr repariert werden, leiden die Dachsparren zusehends und geben irgendwann nach, bald stürzt dann der Dachstuhl ein und das Haus hat ausgedient. Schade um jedes Einzelne dieser tollen Steinhäuser.

Abseits der Teerstraßen gibt es eine Vielzahl von Naturstraßen. Teils in perfektem Zustand wie im Bild, dann wieder wie Schweizer Käse, also voller Löcher.

Am Perucko Stausee angekommen, ein traumhaftes Bild auf den fast leeren See. Der Sommer und der damit verbundene Wasserverbrauch hat die Vorräte verbraucht. Es ist Oktober und die kommenden Monate werden wieder so viel Regen bringen, dass der See wieder voll wird. Beeindruckend ist einer der Zuläufe, direkt aus dem Stein rinnen mehrere sprudelnde Quellen, als ob Jemand mit einem Feuerwehrschlauch den Wasserspiegel korrigieren will. Um dies zu sehen, muss man sich Zeit nehmen und genau schauen, denn dieser Zulauf ist nicht direkt an der Straße und natürlich nur zu Fuß erreichbar.

Immer und überall finden sich Spuren vom Jugoslawienkrieg.

Unsere XSR 900 zeigt sich von den Naturstraßen ziemlich unbeeindruckt…, so lange der Untergrund trocken ist. Klar, Fahrwerk und Sitze sind nicht wirklich Endurokonform, aber es geht. Zu Zweit und für maximal 300 km ein leichtes und handliches Motorrad. Lediglich, das kreide ich ich vielen Motorrädern an, ist der Lenkanschlag so groß, dass eine geschmeidige Wendung auf der Breite einer Straße nur sehr mühsam möglich ist. Einige Hersteller können das wahrlich besser.

Die Quelle der Cetina. Ein absolutes „Muss“ bei einem Urlaub in Dalmatien.
Die Quelle der Cetina befindet sich auf einer Höhe von 385 Metern über dem Meeresspiegel an den nordwestlichen Berghängen der Dinara in der Nähe des Dorfes Cetina, 7 km nördlich von Vrlika. Sie hat insgesamt acht Quellen. Die Größte unter ihnen ist der Glavaševo See welcher 130 Meter tief ist.

Das Wasser – frisch aus der Erde – ist so kalt, dass nur wenige Besucher den Gang durch die Furt wagen. Badende, die wirklich ganz ins eisige Nass gehen, sieht man nur sehr selten. Wir haben die Hosenbeine hoch gekrempelt und wollten es wissen…., ein Spaziergang durch eine Gefriertruhe kann nicht schlimmer sein.

Nur kurz hinter dem Quellort der Centina befindet sich dieser Friedhof mit imposanter Kirchenruine. Die Ruine der Kirche St. Spasa – eine alte kroatische Kirche aus dem 9. Jahrhundert befindet sich im Dorf Cetina, an der Quelle des gleichnamigen Flusses, 8 km von Vrlika (damals Vrh Rike) entfernt. Das Dorf wurde nach dem Fluss Cetina und der alten kroatischen Gemeinde Cetina benannt, die erstmals im 10. Jahrhundert vom byzantinischen Kaiser Konstantin VII. erwähnt wurde. Quelle: Wikipedia

Nur wenige Kilometer weiter findet sich diese „Brücke“ über dann schon ziemlich angewachsenen Flusslauf. Aus der Quelle der Cetina entsteht ein Gewässer, welches mit jedem Meter anwächst. Auf unserem Weg folgen wir deren Lauf.

Bei einem Tankstopp gibt es einen wunderbaren Blick auf die Burg von Vrlika. Wir haben heute leider zu wenig Zeit, die Burg zu ersteigen. Die Tage sind schon sehr, sehr kurz und da wir erst spät gestartet sind, müssen wir uns sputen um im Tageslicht wieder Zuhause zu sein.

Spuren von der Krka-Rally finden sich auch noch lange nach diesem Event.

Zum Abschluss dieser Tagestour – rund 250 km – gönnen wir uns eine Stärkung in Jadrtovac. An dieser Bucht hat der Tourismus noch keinen Einzug gehalten und das Kroatische „dolce vita“ ist noch absolut authentisch.

Wie schon oben angekündigt, der Serienreifen ist für solcherlei Touren nicht wirklich geeignet. Es geht, wenn die Wege trocken sind, aber etwas Regen und schon ist jedwede Haftung verloren. In Brodarica finden wir dann einen echt netten und kompetenten Reifenservice, der für kleines Geld den Satz Avon Trailrider auf unsere Felgen zieht.

Wollt ihr diese und weitere Touren mit uns fahren, die schönsten Ecken des Küstenstreifens entlang der Adria in Dalmatien erleben, dann einfach melden. Euer Reiseteam Claudia, Ludwig und Tom.

Anmerkung: Um Dinge zu erfahren, die wir nicht selbst wissen, befragen wir gerne Wikipedia. Für deren Mühe bedanken wir uns ausdrücklich und freuen uns über Jede/n Unterstützer. Eine kleine Spende an Wikipedia fänden wir gut.

2 Antworten

  1. Vielen Dank für diesen exzellenten Reisebericht, der die Eindrücke, die ich auf unserer letzten Tour zu dem gleiche Ziel bekommen habe, treffend bestätigt. Gern werden wir mit Dir im späten Dezember diesen Jahres die Tour erneut fahren. Wir werden dafür natürlich unser seniorengerechtes Abenteuer-Moped mitbringen, mit entsprechendem Weichei-Zubehör wie Heizgriffen und beheizten Sitzbänken für Fahrer und Sozia. Ich freue mich darauf, diese Tour erneut mit den „Mädchenreifen“ zu erfahren. Die Burg lässt sich übrigens mit der Drohne auch ganz lauffaul, ohne Besteigen erkunden.🤣

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